Mit Strafen erzeugt man einen raschen Erfolg, aber...
|
Warum sind so viele Hundehalter und Trainer, die es
eigenlich besser wissen wollten, so schnell dabei, unerwünschtes
Verhalten bei Welpen zu bestrafen?
|
Die Antwort liegt meist darin, dass eine
schnelle
Lösung gefunden werden soll.
|
Und in der Tat, Bestrafungstraining - gekonnt gemacht
- führt beeindruckend rasch zu Erfolgen.
|
Das Tier lernt schnell, die unangenehme Erfahrung zu
meiden. Dies sieht im ersten Moment beeindruckend aus: Problem
innerhalb von Minuten gelöst.
|
Wer über längeren Zeitraum beobachtet, wird
feststellen können: Der schnelle Erfolg hat seinen Preis.
|
Irgendwann wird die Motivation, das unerwünschte
Verhalten doch auszuführen, wieder stärker sein als die Erinnerung an
die unangenehme Konsequenz. Das Verhalten ist wieder da!
|
Welpen, die häufig unangenehme Reaktionen aus ihrer
Umwelt erfahren, verlieren an Selbstvertrauen.
|
Welpen, die öfter bestraft werden, entwickeln relativ
häufig defensives Aggressionsverhalten.
|
Die sich entwickelnde Beziehung zwischen Hund und
Mensch kann beeinträchtig werden, wenn der Mensch den Welpen oft
bedroht und bestraft.
|
Wenn das Timing der Bestrafung schlecht ist, lernt
der Welpe langsamer. Das bedeutet, er macht mehr Fehler; dies wiederum
führt zu häufigeren Bestrafungen.
|
Je häufiger ein Welpe bestraft wird, desto grösser
ist die Gefahr des Auftretens der oben genannten Nebenwirkungen.
|
Hunde und Mensch geraten schnell in die
Eskalationsfalle der Bestrafungen. Je langsamer der Welpe lernt, desto
stärker bestraft der Mensch!
|
| Auszug aus einem Artikel aus Der Hund Nr. 8/2006
www.derhund.de |
| von Dr. rer. nat. Ute
Blaschke-Berthold
www.cumcane.de |