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Führt Hundekot zu Rinderkrankheiten?
 



 

In letzter Zeit wurde in verschiedenen Zeitungen und auch im Lokalfernsehen berichtet, dass Kühe nach Aufnahme von mit Hundekot verschmutztem Futter schwer erkrankt seien oder sogar an daraus entstehenden Krankheiten sterben würden.
Die unterzeichnenden Tierärzte möchten folgendes klarstellen und sich hiermit in aller Form von diesen fachlich nicht vertretbaren Behauptungen distanzieren. Nach heutigem Wissensstand gibt es keine Hinweise dafür, dass durch Hundekot verschmutztes Futter bei Kühen zu schwerwiegenden Krankheiten führen kann. Die veröffentlichten Behauptungen beruhen auf reiner Spekulation und wurden in den betreffenden Fällen nicht wissenschaftlich untersucht. Solche Falschmeldungen führen nur zu einer weiteren Polarisierung zwischen Hundehaltern und gewissen Bauern. Richtig ist, dass Fleischfresser (Hunde, Katzen, Marder oder Füchse) gewisse Bandwurmeier über den Kot ausscheiden können, welche für Rinder oder Schafe infektiös sein können und somit für den Bauern unter Umständen einen wirtschaftlichen Schaden ergeben. Die teilweise auch von Hunden ausgeschiedenen Fuchsbandwurmeier stellen hingegen für Nutztiere kein Risiko dar. Auf Wiesen und Feldern ausserhalb des Dorfes darf ein Hund unter Aufsicht unangeleint laufen gelassen werden, sofern er nicht Menschen oder Tiere gefährdet oder die Felder durch allfällig liegen gelassene Fäkalien verschmutzt. Ein verantwortungsbewusster Hundehalter nimmt deshalb den Hundekot sowohl vom Trottoir als auch vom Feld auf, im Wissen, dass Hundekot im Gras den Rindern nicht schmeckt und dadurch dem Bauern ein gewisser Futterschaden entstehen kann. Er nimmt seinen Hund jedoch an die Leine, falls er an Gemüse-, Fruchtkulturen oder schnittbereiten Futterwiesen vorbeispaziert. Ferner sollte ein Hund regelmässig entwurmt werden.

Dr. med. vet. A. Koch / Dr. med. vet. H. Uehlinger, Villmergen; Dr. med. vet. A. Mathis / Dr. med. vet. F. Hold, Muri; Dr. med. vet. M. Trüssel, Bremgarten; Dr. med. vet. D. Schultheiss, Wohlen; Dr. med. vet. A. und S. Meyer, Dottikon.

Aus Wohler Anzeiger 30. Juni 1998


Hundekot als Ursache von Rinderaborten?

Zusammenhang noch nicht eindeutig nachgewiesen

Seit einigen Jahren steht fest, dass der Einzeller Neospora caninum für einen bedeutenden Teil der ungeklärten Aborte bei Rindern verantwortlich ist und damit eine grosse wirtschaftliche Bedeutung hat. Ob der Erreger auch durch Hundekot in Rinderfutter gelangt und so Aborte auslösen kann, ist jedoch bis heute unklar.

 

 

 

 

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